Vom Konzept bis zur Ernte

2016

Am 8. Oktober 2016 haben sich einige der Fächergärtner und deren Freundinnen getroffen, um bei der ersten Kräuterführung durch den Marstallgarten dabei zu sein. Die Apothekerin und Heilpraktikerin Frau Dr. Ursula Stumpf hat uns mit den pflanzlichen Kostbarkeiten bekannt gemacht, die sich in den letzten Jahren im Marstallgarten angesiedelt haben. Die meisten Kräuter kamen ohne unsere Hilfe und haben sich den Garten erobert. Über zwei Stunden waren wir vor Ort und haben unter anderem erfahren, mit welcher Geschichte man sich den Namen Wegwarte merken kann, wozu man die Pflanzenteile verwendet und wann der beste Erntezeitpunkt ist. Aber auch die Graukresse, den Löwenzahn, die Schafgarbe, den Spitzwegerich und viele der bekannten Pflanzen lernten wir von einer anderen Seite kennen. Natürlich wurde auch der Wermut, die Karde und die vielen Gewürzkräuter angesprochen, die sich im Marstallgarten finden lassen. Das Finale bestand ein einem Becher Tee, das heiße Wasser haben wir mitgebracht, und alle konnten ihre Neugier befriedigen, wie denn die verschiedenen Kräuter als Tee schmecken. Nach den zwei Stunden im herbstlichen Niesel war das ein willkommener Abschluss. Wir werden Frau Dr. Stumpf im Frühjahr auf jeden Fall wieder einladen!

Am 15. Oktober ab 11 Uhr gärtnern wir gemeinsam ab. Zum mittlerweile zur schönen Tradition gewordenen Termin treffen sich die Fächergärtner zum letzten Mal in der Saison im Marstallgarten. Das gemeinsame Abräumen und Aufräumen des Gartens endet mit einem Buffet, zu dem alle etwas beisteuern. Vielleicht reicht das geerntete Gemüse ja auch wieder für eine Suppe?

Am 5. März haben wir am Garten im Otto-Dullenkopf-Park ab 10.30 Uhr angegärtnert. Pflanzenabfälle sollen zum Kompostplatz gebracht und umgekehrt fertiger Kompost für die Beete angefahren werden. Weidenruten werden vom Tiefbauamt geliefert, damit die Hochbeete bei Bedarf ausgebessert werden können. Ein wenig Erdarbeiten, nach den Mäusen sehen und die ersten Gespräche nach der langen Winterpause werden nicht zu kurz kommen.

 

Im April 2016 ist auf  dem Kronenplatz ein weiterer Fächergärtner-Standort entstanden. Die aktive Gruppe betreut  hier ein bereits existierende Hochbeet  und setzt sich für  eine stärkere Aufwertung des Kronenplatzes durch ansprechende Beete und Sitzgelegenheiten ein. In kurzer Zeit wurde aus einer hässlichen Brache am Rande des Bauzauns eine prächtig blühende Wildblumen-Oase.

 

Schließlich haben sich die Fächergärtner mit der Bildung der Gruppe "Beete&Bienen" im Juni  2016 dem Thema Imkern angenommen. Das Team hat  mit  dem Konzept Naschbeete und Bienenvölker  in der  Karlsruher  Oststadt  aufzubauen bei  einem Wettbewerb teilgenommen und gewonnen: Das beim KIT-Institut ITAS angesiedelte Projekt  Quartier  Zukunft  und  die  Bürgerstiftung  Karlsruhe  fördern  nun "Beete&Bienen" als Nachhaltigkeitsexperiment.

 

2015

Nach der Winterpause trafen sich die Fächergärtner erstmals am 14. März 2015 am Marstallgelände in der Oststadt, um weitere Hochbeete aufzustellen, die sie mit Mutterboden, Pferdemist und Kompost gefüllt haben. Die neuen Hochbeete wurden Heimat von Beerensträuchern. Die Maibeeren machten ihrem Namen alle Ehre und waren wirklich schon im Mai essbar. Der Geschmack erinnerte uns an Blaubeeren, die Pflanze selbst war für einige von uns eine neue Erfahrung. Auch die Himbeeren sind gewachsen und konnten verkostet werden. Leider kam eine Johannisbeere abhanden. Die hat jemand anderes gebraucht und ein großes Loch im Beet hinterlassen.

 

Im Laufe des heißen und trockenen  Sommers 2015 war unsere Hauptarbeit gießen, gießen und gießen. Jäten war kaum nötig, selbst die Wildkräuter hatten zu kämpfen. Vielen Dank wieder einmal an die Hausmeister der Musikhochschule, die unsere Tanks immer mit Wasser gefüllt haben. Ohne sie wäre es sehr traurig geworden in diesem Jahr.

 

Unser Erntefest feierten wir schon am 12.09.15, denn für diesen Tag konnten wir Fahrradanhänger des KIT ausleihen, die die Architekten im Rahmen des Stadtgeburtstages entwickelt und gebaut hatten. Damit konnten wir sehr gediegen tafeln und haben es uns gut gehen lassen. Die eigene Ernte war recht schmal, deswegen gab es ein tolles Buffet von zu Hause mitgebracht, von allen für alle.

 

Seit  2015 entwickelt  in Grötzingen die Fächergärtner-Gruppe am Grezzoplatz ihr Konzept von der Neuen Allmende. Der Platz hat durch die Anlage der Beete und den Bau einer  Natursteinmauer  erheblich an Aufenthaltsqualität  gewonnen. Durch die Mitnutzung eines am Ortsrand gelegenen Ackergrundstücks haben die Grötzinger Fächergärtner nun noch mehr Fläche für den Gemüseanbau.

 

2014

Nach der Winterpause ging es im März 2014 frisch geplant mit dem Bau von Hochbeeten aus Weidegeflecht und Holzkisten für Beete am Marstallgelände weiter. Wir trafen uns jeden Samstag am Marstallgelände und legten los, bis die Beete standen und bepflanzt werden konnten.

 

Das Saisonende haben wir im Oktober bei herrlichem Sonnenschein mit einem "Suppenfest" gefeiert. Jeder hat Essbares vom Beet geerntet und für die zwei Suppen, die gemeinsam vor Ort gekocht wurden, gespendet. So kamen Kartoffeln, Kohlrabi, Grünkohl, Sellerie, Möhren und Rote Beete in die Töpfe. Nur an Zwiebeln hatte im Frühjahr keiner gedacht, die haben wir von zu Hause mitgebracht. Genauso wie den leckeren Nachtisch und den Kaffee, die das Mahl abrundeten.

 

2013

Auf dieser Grundlage waren die Fächergärtner sofort fleißig und erarbeiteten einen Projektantrag mit verschiedenen Vorschlägen. Im März 2013 wurde dieser an die Stadtspitzen und Fraktionen verschickt. Sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der Öffentlichkeit traf das Konzept auf großes Interesse. Der Einsatz hat sich also gelohnt! Projekte am Marstallgelände in der Oststadt und beim Budo-Club in Mühlburg konnten mittlerweile umgesetzt werden. Bereits die erste Pflanzaktion sorgte für mediterranes Flair beim Marstallgelände in der Schlachthausstraße.

 

Wie die Fächergärtner sich das Gelände einmal vorgestellt haben und alle weiteren Projektideen finden Sie im Konzept der Fächergärtner.

 

Mittlerweile sind in mehreren Stadtteilen Karlsruhes Gartenprojekte entstanden, die zwar unabhängig geplant und ausgestaltet werden, aber durch ein Netzwerk miteinander verbunden bleiben, voneinander lernen und sich gegenseitig helfen können.

 

Haben auch Sie im Sommer 2013 die übergroßen bepflanzten Säcke in der Kaiserstraße bewundert? Hier waren die Fächergärtner ebenfalls am Werk. Mit Unterstützung des städtischen Gartenbauamtes wurden die Big Bags zum Beispiel mit Erdbeeren, Tomaten, Salaten, Kräutern und Stauden begrünt. Urbanes Gärtnern ist somit tatsächlich mitten im Stadtzentrum gelungen und belebte einen ganzen Sommer lang den damals für den Straßenbahnverkehr gesperrten Abschnitt der Kaiserstraße.

 

2012

Ende November 2012 trafen sich am Stadtgärtnern Interessierte im BUZO-Umweltzentrum. Die Idee, urbanes Gärtnern auch in Karlsruhe voran zu bringen, vereinte sie schnell zur Gruppe der Fächergärtner. Schon beim ersten Treffen entstanden mehrere Stadtteilgruppen, die sich in "ihrem" Gebiet nach geeigneten Flächen umsahen und für die Verwirklichung von Gemeinschaftsgärten und öffentlichen Beeten einsetzten. Im Dezember 2012 trafen sich die Stadtteilgruppen zum ersten Mal, um bei einem Stadtrundgang geeignete Flächen fürs Stadtgärtnern aufzuspüren.